Herbsttour 2026, Elbsandsteingebirge (27.8.-30.8.2026)

Unsere Herbsttour 2026 verlief dieses Mal völlig anders als in den letzten Jahren. Es fing damit an, dass unser Treffpunkt für die Abfahrt nicht in Burgdorf, sondern in Immensen lag. Idealerweise auf einem Parkplatz schräg gegenüber meines Zuhauses. Ich hatte die Ruhe weg und sortierte mein Gepäck immer wieder liebevoll um, bis ich endlich alles optimal verstaut hatte. Die Uhr dabei immer fest im Blick. Das mein Zeitmanagement trotzdem mit einem gewaltigen Defizit zu kämpfen hatte fiel mir auf, als ich Richtung Treffpunkt rollte und mir unser Guide zu Fuß in der Hofeinfahrt entgegen kam. Man machte sich in der bereits vollständig versammelten Runde Gedanken, angeblich war ich zu spät. Die Begrüßung fiel trotzdem herzlich aus und nach einer kurzen Orientierungsphase starteten wir unsere Tour über Immensens gut ausgebaute Hauptstraße Richtung Osten, um in Hämelerwald die A2 anzusteuern. Eigentlich werden Autobahnen auf unseren Touren gemieden, aber aufgrund einer Anfahrt von ungefähr 400 Kilometern ins Elbsandsteingebirge wurde ein kurzes Stück bis Braunschweig eingeplant. Ich mache es kurz, nach den ersten 30 Minuten hatten wir unseren letzten Mann verloren. In einer unübersichtlichen Situation nahm er versehentlich die falsche Ausfahrt. Dank modernster Navigationstechnik sammelten wir unseren Ausreißer nach einer kurzen Kaffeepause drei Dörfer weiter wieder ein.

Unser nächster Halt erfüllte die Auflage eines kulturellen Beitrags in Kombination mit Kopfsteinpflaster und fand auf Schloss Hessen in Hessen bei Osterwieck statt. Ein historisches Gemäuer mit anschließendem Lustgarten. Der Vortrag unserer Bildungsbeauftragten über den angeblichen Ursprung dieses Gartens ließ uns vermuten, dass damals Rauschmittel im Spiel gewesen sein müssen. 


Wir setzten unsere Fahrt fort und gelangten zum Concardiasee, der seine Entstehung einer gefluteten Braunkohlegrube zu verdanken, und aufgrund von Erdrutschen eine traurige 
Geschichte vorzuweisen hat.

 Mit Kaffee und Kaltgetränk genossen wir bei herrlichem Wetter den Blick auf den See, bevor es weiterging Richtung sächsische Schweiz.

 Inzwischen war die Zeit vorgerückt und wir gerieten in den Ortschaften zunehmend in den ersten Feierabendverkehr. Die Sonne lachte, die Abgasschwaden wabberten unter den Visieren, der Schweiß lief, als mein Vordermann sich plötzlich verselbstständigte. Während sich acht Motorräder nach rechts einordneten, schoß Nummer neun an seinen Vorderleuten samt Guide vorbei und sorgte damit nicht nur bei mir für gewaltige Irritation. Ich machte mir Sorgen, ob, wann und wo wir unseren Mitfahrer wiedersehen würden. So schlimm wurde es dann doch nicht. Er zog ein Weilchen vor uns her, um sich dann an geeigneter Stelle wieder einzuordnen. Wir setzen unsere Anfahrt fort und je näher wir unserem Hotel " Deutsches Haus" in Cunnersdorf kamen, umso schöner wurde die Strecke. Dort wurden wir von der Chefin des Hauses herzlich begrüßt und völlig entgegen unserer Gewohnheit ohne Stiefelbier und Dusche direkt zum Abendessen verdonnert. Wir haben es überstanden, der Abend wurde trotzdem schön.

Unser erster Tag war stark geprägt von der Ankündigung einer heftigen Unwetterwarnung am Nachmittag. Die Touren wurden so umgeplant, dass wir idealerweise spätestens mit einsetzendem Starkregen wieder am Hotel eintreffen sollten. Unser Ziel war die Bastei, gefahren wurde in zwei Gruppen. Die Regenkombis griffbereit verstaut, war unsere Gruppe eigentlich abfahrbereit. Lediglich eine Moto Guzzi stand ein wenig verloren auf dem Hof, vom Fahrer keine Spur. Wir starteten eine Suchaktion, als plötzlich ein dünnes Stimmchen aus einer der beiden hoteleigenen Garagen ertönte. Unser Mitfahrer kämpfte, von uns bis dahin unbemerkt, in einer dunklen Ecke mit seiner Regenkombi. Er steckte wohl fest und kam nicht wirklich weiter. Hilfe nahte, gemeinsam wurde das bockige Kleidungsstück bezwungen und wir rollten vom Hof. Noch schien die Sonne und wir fuhren entspannt weite kurvige Strecken durch Wiesen und Wälder. Immer wieder leicht ausgebremst durch weitere Verkehrsteilnehmer, die mit etwas unübersichtlicheren Gefährten unterwegs waren. Es kam was öfter mal passiert, meine Vorderleute konnten noch überholen und ich hing samt Hintermann über einen längeren Zeitraum hinter einem Wohnmobil fest. Irgendwann gab es die Gelegenheit zum Überholen und wir düsten der Gruppe hinterher. Irgendwann kamen wir an einen Kreisel und bei mir brach Ratlosigkeit aus. Vier Abzweigungen und keine Spur von unserer Gruppe. Ich fuhr Kreise bis ich mich endlich für die schönste Ausfahrt entscheiden konnte. Die Belohnung war eine unerwartet schöne Strecke die wir bis zu einer Bushaltestelle fuhren, um von dort Kontakt zu unserer verlorenen Truppe aufzunehmen. Wir fanden wieder Anschluss, das schlechte Gewissen meiner Vorderfrau tobte. Die nächste Getränkerunde war ihre, die Stimmung und das Wetter waren weiterhin gut als wir den Parkplatz der Bastei ansteuerten. Wir marschierten die wenigen hundert Meter in unserer Motorradkluft zu dem Aussichtspunkt, der eine mehr, der andere weniger begeistert. Die Aussicht von der Plattform war herrlich, der kurze Fußmarsch hatte sich durchaus gelohnt.